31.08.2008
Ich gehör nur mir
Ich will nicht bescheiden, beliebt und betrogen sein.
Ich bin nicht das Eigentum von Dir, denn ich gehör' nur mir.
Ich möchte von Draht sein, herab seh'n auf diese Welt.
Ich möchte auf's Eis gehn und selbst seh'n wie lang's mich hält.
Was geht es Dich an was ich riskier'? Denn ich gehör nur mir.
Willst Du mich belehren, dann zwingst Du mich bloß,
zu fliehn vor der lästigen Pflicht.
Willst Du mich bekehren, dann reiß ich mich los,
und flieg' wie ein Vogel ins Licht.
Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dort hin.
Ich wachse und lerne, und bleibe doch wie ich bin.
Ich will mich, bevor ich mich verlier', denn ich gehör' nur mir.
Ich will nicht mit Fragen und Wünschen belastet sein.
Vom Saum bis zum Kragen von Blicken betastet sein.
Ich flieh' wenn ich fremde Augen spür', denn ich gehör nur mir.
Und willst Du mich finden, dann halt' mich nicht fest.
Ich geb' meine Freiheit nicht her.
Und willst Du mich binden, verlaß' ich Dein Nest,
und tauch wie ein Vogel ins Meer.
Ich warte auf Freunde und suche Geborgenheit.
Ich teile die Freude, ich teile die Traurigkeit.
Doch verlang' nicht mein Leben, das kann ich Dir nicht geben,
denn ich gehör' nur mir, nur mir.
Aus dem Musical Elisabeth
30.08.2008
Auf der Flucht
Gerade merke ich, wie sehr es doch heute (wieder) passt...

Of de Flocht
Of de Flocht erendwo döre
Aber of de Flocht vo was?
Vellecht of de Flocht vorem Beständige?
us Angscht sech of öbis izlo
us Angscht dass mer öbis z gärn chönt becho
oder us Angscht verletzt z wärde...
Eifach wäg vo do
Emmer wiiter
Emmer öbis neus
Alles e chli, aber nüt genau
Wäg vom alte
Wäg, vellecht au vo de Fähler?
Vellecht au wäg vom Alltag?
Vellecht aber au ned Flocht?
Of de Suechi nochem Neue, Onbekannte
Of de Suechi nochem Glöck
Of de Suechi noch de Sehnsocht….
Oder of de Suechi nochem Rechtige:
Em Rechtige Wäg
De Rechtige Omgäbig
De Rechtige Lüüt...?
Aber ergendwie gliich weder of de Flocht.
Of de Flocht vo mer sälber?
Oder äbe grad of de Suechi noch mer,
Vellecht esches beides?
Vellecht esch jo d Flocht de ewig Wäg,
trebe vo de Suechi nochem Rechtige,
Nochem Läbestraum, noch de Erföllig,
Ermuetigt vo de Hoffnig...
Of de Flocht
Of de Flocht ergendwo döre
Aber of de Flocht vo was?
© Cameleon
29.08.2008
S Läbe esch schön
S'läbe isch schön
Chum wieder use zu de lüüt u la di wieder la gseh – he
S'läbe isch schön
Chum wieder use zu de lüüt u la di wieder la gseh
Mach d'ouge n uf
Ja, das Leben ist schön Es gibt so viele Überraschungen, schöne Momente, zum geniessen.
Sie sind da, im Alltag.
Und doch hetzen so viele einfach nur daran vorbei. Das Aug aufs Ziel gerichtet, immer stur weiter, geradeaus, ohne zu merken, was man alles verpasst. Ein lachendes Kind, welches über die Strasse läuft, eine schöne Blume, die gerade blüht.
Heute war ich auf der Bank, um meine Konten aufzulösen. Der Berater (oder wie sagt man dem? Auf jeden Fall der Mensch am Schalter ;)) hat mich auch gefragt, wieso ich die Bank wechsle. Dadurch kamen wir ins Gespräch, dass ich wegziehe, um Pädagogik zu studieren, also um eine Ausbildung als Lehrerin zu machen. Wir haben uns gut und nett unterhalten, über den Kantönligeist, den verschiedenen Schriftarten der Kantone. Hmm… ja, ich freue mich, vor allem darauf, endlich die Ausbildung abgeschlossen zu haben!
Aber, um aufs Thema zurückzukommen:
S’Läbe esch schön!
Heute ging ich einen Teil meines alten Schulwegs. Da kamen viele Erinnerungen, wie das früher war, Erinnerungen vom Blumenpflücken für Lehrerin, von der Stange, in die ich ein paar Mal hineingelaufen bin, weil ich mit den Gedanken ganz woanders war.
Es gibt so viele Wunder, das Wunder steckt im Alltäglichen. Es sind kleine Dinge, auf den 1. Blick unbedeutend, eine kleine weisse Feder, ein runder Stein, eine schöne Kette, eine Hand auf der Schulter, ein Blick, ein Lächeln…
Wunder sind überall! Man darf sie nur nicht verpassen!
© Cameleon

