30.10.2008

Körper- Seelengedicht

Körper- Seelengedicht

Seele, so zart und klein
Sag, wo liegt deine Pein?
Ist deine Angst auch noch so gross
Bitte rede, sonst wirst du sie nie los

Seele die sich fühlt, so ohne Macht
Sag, was geschah in jener Nacht?
Als er so plötzlich und von hinten kam
Deinen Körper in seinen Besitz nahm?

Seele, beschützen werd ich dich.
Dich im Stich lassen werd ich nich
Ich werd über dir wachen, Tag für Tag
Immer, solang es auch brauchen mag

Es geschah nicht nur in jener Nacht
Als er kam, mit so grosser Macht

Immer wieder und wieder es dann geschah
Die Seele den Körper nur noch von oben sah

Seele, getrennt vom Körper schnell
Fliegt in eine Traumwelt – ganz hell
Befreit von den Ängsten und Sorgen
Keine Gedanken mehr an das Morgen

Seele, ganz zart und klein
Sag, wo liegt deine Pein?
Ist deine Angst auch noch so gross
Bitte rede, sonst wirst du sie nie los

Nein, reden kann ich nich
Was geschieht ist zu fürchterlich
Der einzige richtige Weg das Vergessen ist
Den Schmerz man sonst vom Gesichte liest

So gross ist doch meine Not
Mein Wunsch wäre: Sei doch tot!
In den Wolken könnt ich dann schweben
Und endlich richtig anfangen zu leben


Kleine Seele halte durch, ich bitte dich
Ist der Schmerz auch noch so fürchterlich
Geh weiter, Schritt für Schritt
Gib dem ganzen einen Tritt

Für deinen Überlebenskampf setzt nun an
Keiner, der ihn dir dann nehmen kann
Nimm deinen Mut, gib ihm einen Stich
Und dann geh weg und beschütze dich

Kleine Seele so schwach und zart
Gerade lieber eine Weile noch harrt
Doch bald, das schwör ich dir!
Wird sie zu einem fürchterlichen Tier

Sei gewarnt, du, der sie plagt und peinigt
Von dieser Schuld sie sich für immer reinigt
Ein bisschen Kraft sie noch sammeln muss
Sei dir sicher, dann ist endgültig Schluss!

© Cameleon

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