
Verbotene Gedanken
hängen in der Luft,
Bilder von früher,
Tage sind es her,
vielleicht auch nur Stunden
oder Minuten,
tränken den Boden,
machen ihn weich wie Sumpf,
heuchlerisch wie Treibsand.
Der Wind fegt die Tränen des Himmels,
das Donnern, Ächzen seines Seins,
die Blitze, Gedanken seiner Vergangenheit,
laut seufzend durch die Welt,
hinein in die schlafenden Zimmer.
Niemand erkennt das Klagen des Himmels.
Mein Gesicht flackert
im sich windenden Feuertropfen
der schwarzen Kerzen.
Blicke fallen in den Spiegel.
Fragen kriechen
kreischend
unter das Fleisch,
dessen weiche Konturen
auf meiner Haut
langsam sichtbar werden.
Gedanken zerreißen,
fliegen schreiend im leeren Raum.
Blitze zucken nervös,
begleitet vom sich nähernden Donner,
grollend, doch zeitlos unverstanden.
Heraufbeschworener Eigenhass
übertaucht den Schmerz im Innern.
Wie in Trance
drehe ich mich im Kreis
und starre hinauf,
auf die herabfallende Decke,
die immer näher kommt.
Im flackernden Licht
blitzt irgendwo Metall auf.
Erlösung,
so sehr ersehnt,
sie ist nah.
Rote Tränen glitzern
auf meiner Haut.
Wind fegt durch die Strassen
bahnt sich,
stumm heulend,
seinen Weg
durch die engen Gassen
der im Schatten der Nacht
schlummernden Vorstadt.
Es ist so wunderschön,
tröstend erleichternd
zu sehen,
wie das Rot beim trocknen
langsam
aber stetig unaufhaltsam
in ein helldunkles Schwarz übergeht.
Das offene Fenster
schlägt gegen die Wand
während der Himmel
ächzend
ein letztes Mal
wimmernd stöhnt
und der Donner
sich langsam entfernt.
Blitze werden ruhiger
bis sie gänzlich aufhören
zu sein.
Langsam graut der Morgen:
Die Sonne drängt sich
verschlafen
vor die Wolken,
die Nacht wurde besiegt,
–
bis zum nächsten Gefecht.
Menschen stehen auf,
haben nichts bemerkt
vom dunklen Kampf
der ewigen Wiederkehr.
Milchig-weißer Tau
benetzt den Wimpernkranz
leerer Augen.
© Cameleon

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