30.11.2008

Eigentlich geht es mir gut

Wie bin ich? Wie wirke ich?
Nach aussen wohl normal
Meist mit einem Lächeln

Bin stets Hilfsbereit
Höre andern zu
Aber eher schüchtern

Doch was ist schon dabei?
Schüchtern zu sein
Das ist doch nicht schlimm

Und dann passiert es
Meine Maske fällt
Und mein Gesicht kommt hervor

Dann bin ich still
In mich gekehrt
Habe keine Lust, zum plaudern

Dann habe ich keine Lust
Andern zu helfen
Für andere da zu sein

Wenn meine Maske fällt
Dann lächle ich nicht
Dann geht es mir schlecht

Die Leute erschrecken
Das bist nicht du
Das kann nicht sein!

Dann die ewigen Sprüche:
Das wird wohl nicht so schlimm sein
Schlafe einmal darüber

Kopf hoch, es wird besser
Das geht vorbei
Ist doch bloss eine Phase…

Ich weiss, es ist schwierig zu verstehen
Keiner musste erdulden, was ich durchmache
Ich wünsch es auch keinem

Ich möchte schreien
Wie ist es bei dir?
Kannst du schlafen in der Nacht?


Weisst du, wie es sich anfühlt?
Jeden Abend, dieselbe Angst?
Dass er wieder kommt?

Nein, das kannst du nicht wissen
Ich mach dir keinen Vorwurf deswegen
Und ich ertrage es nicht mehr

Ja, dann setze ich wieder die Maske auf
Nur, damit es euch besser geht
Und unter der Maske?
Da wird es ewig so bleiben…

© Cameleon

23.11.2008

Lichtblick









© Cameleon

20.11.2008

Reden

Schwäche zeigen
Um ausgelacht zu werden?
Oder um stark zu sein?

Sich jemandem anvertrauen
Um Fallengelassen zu werden?
Oder um nicht allein zu sein?

Sich nach aussen öffnen
Um verraten zu werden?
Oder um verstanden zu werden?

-wer schweigt, wird nicht gehört-
-wer schweigt, wird ignoriert-
-wer schweigt, wird nicht gesehen-
-wer schweigt, wird in Ruhe gelassen-
-wer schweigt gibt sich nicht preis-
-wer schweigt, redet stumm-

© Cameleon

16.11.2008

Wunschkind

Das ist der Tag
An dem das Messer
Die Haut berührt
Und sie lange küsst

So entstand eine Narbe
Eine Wunschnarbe
Aus dem Schoss der Haut geboren
Gezeugt durch das Messer

So entstand das Kind
Geliebt und Gehasst
Gewollt und Getreten
Gut versteckt, das Geheimnis

Vergessen der Schmerz
Die Mutter kaum mehr weint
Der Vater kommt, in mancher Nacht
Das Kind weint rote Tränen

Das war der Tag
Als das Messer
Die Haut berührte
Und sie lange küsste

© Cameleon

13.11.2008

Lichtblick







© Cameleon