31.12.2008

alles muss versteckt sein

Der wahn der tobt und wütet
ewigkeit im überall die tötet
wunden, die auf der seele brennen
kann man von aussen nicht erkennen

Und es brüllt:
eckstein eckstein alles muss versteckt sein
eckstein eckstein alles muss verdeckt sein

Schweigen weil keiner es wissen will
ein seelenschrei, der mund bleibt still
vergraben und vergessen ganz tief im herz
ein leben gibt’s nur mit diesem sch(m)erz

Und es schreit:
eckstein eckstein alles muss versteckt sein
eckstein eckstein alles muss verdeckt sein

Sterben, unendlicher Friede kommt ins herz
keine qualen...keine wunde...kein sch(m)erz
verbannt ist die seele auf ewig ins innere leben
nur die kraft hilft zu ertragen, nicht zu sterben

Und es ruft:
eckstein eckstein alles muss versteckt sein
eckstein eckstein alles muss verdeckt sein

Der schmerz ist zu ignorieren
aufs leben gilts zu konzentrieren
all-tag end-los der kreis sich schliesst auf immer
es bleibt ein winzigkleinhoffnunsgrüner schimmer

Und es fleht:
eckstein eckstein alles muss versteckt sein
eckstein eckstein alles muss verdeckt sein

Tod, der du bist, öffnest bereitwillig die türen
möchtest rein mich bitten, in deine welt entführen,
doch noch ist gut geschützt ein kleiner funke leben,
der nicht bereit ist, sich dir im jetzt zu (über)geben.

Und es flüstert:
eckstein eckstein alles muss versteckt sein
eckstein eckstein alles muss verdeckt sein

© Cameleon

20.12.2008

Sturmflut





Verbotene Gedanken
hängen in der Luft,
Bilder von früher,
Tage sind es her,
vielleicht auch nur Stunden
oder Minuten,
tränken den Boden,
machen ihn weich wie Sumpf,
heuchlerisch wie Treibsand.

Der Wind fegt die Tränen des Himmels,
das Donnern, Ächzen seines Seins,
die Blitze, Gedanken seiner Vergangenheit,
laut seufzend durch die Welt,
hinein in die schlafenden Zimmer.

Niemand erkennt das Klagen des Himmels.

Mein Gesicht flackert
im sich windenden Feuertropfen
der schwarzen Kerzen.

Blicke fallen in den Spiegel.

Fragen kriechen
kreischend
unter das Fleisch,
dessen weiche Konturen
auf meiner Haut
langsam sichtbar werden.

Gedanken zerreißen,
fliegen schreiend im leeren Raum.

Blitze zucken nervös,
begleitet vom sich nähernden Donner,
grollend, doch zeitlos unverstanden.

Heraufbeschworener Eigenhass
übertaucht den Schmerz im Innern.

Wie in Trance
drehe ich mich im Kreis
und starre hinauf,
auf die herabfallende Decke,
die immer näher kommt.

Im flackernden Licht
blitzt irgendwo Metall auf.

Erlösung,
so sehr ersehnt,
sie ist nah.
Rote Tränen glitzern
auf meiner Haut.

Wind fegt durch die Strassen
bahnt sich,
stumm heulend,
seinen Weg
durch die engen Gassen
der im Schatten der Nacht
schlummernden Vorstadt.

Es ist so wunderschön,
tröstend erleichternd
zu sehen,
wie das Rot beim trocknen
langsam
aber stetig unaufhaltsam
in ein helldunkles Schwarz übergeht.

Das offene Fenster
schlägt gegen die Wand
während der Himmel
ächzend
ein letztes Mal
wimmernd stöhnt
und der Donner
sich langsam entfernt.

Blitze werden ruhiger
bis sie gänzlich aufhören
zu sein.

Langsam graut der Morgen:
Die Sonne drängt sich
verschlafen
vor die Wolken,
die Nacht wurde besiegt,

bis zum nächsten Gefecht.

Menschen stehen auf,
haben nichts bemerkt
vom dunklen Kampf
der ewigen Wiederkehr.

Milchig-weißer Tau
benetzt den Wimpernkranz
leerer Augen.

© Cameleon

02.12.2008

Lichtblick

3 Tiere gibts zu entdecken...












© Cameleon